Scheidentrockenheit kann in der Zeit der Wechseljahre der Frau das Liebesleben empfindlich stören. Eine trockene Vagina führt dazu, dass es bei ihr beim Sex brennt und schmerzt. Eine Reihe von Mitteln zur Behandlung von Scheidentrockenheit können helfen, dass die Scheide beim Sex ausreichend befeuchtet wird. So finden Frau und Mann auch ab 50 wieder Spaß an der körperlichen Liebe.

Präparate mit natürlichen Inhaltsstoffen zur Anwendung bei vaginaler Atrophie:

 

Außerdem:

 

VagioFee zur Behandlung von Scheidentrockenheit

 

Phytoöstrogene, sogenannte pflanzliche Östrogene (Wirkung und Risiken)

Phytohormone sind biochemisch wirkende, pflanzeneigene Verbindungen, die als Botenstoffe Wachstum und Entwicklung der Pflanzen steuern. Sie werden in der Wechseljahrestherapie in den letzten Jahren als Alternative zu aus Tierurin gewonnenen Hormonen eingesetzt und ähneln Östrogenen oder auch Gestagenen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum rät allerdings von der Einnahme von Phytoöstrogenen ab, insbesondere von sogenannten Isoflavonen, das sind Pflanzenfarbstoffe.

Isoflavone werden beispielsweise aus Soja oder Leinsamen gewonnen und aus Rotklee (Trifolium pratense, s.u.). Auch finden sich nennenswerte Mengen von Phytohormonen in der Yamswurzel (Discorea villosa, s.u.) oder im Hopfen. Schilddrüsenstörungen oder eine Wirkung auf das Brustdrüsengewebe könnten nicht ausgeschlossen werden, so das Bundesinstitut für Riskobewertung.

Auch sollen Frauen, die vor den Wechseljahren an Krebs erkrankt waren, keine Isoflavone einnehmen. Diese Einschätzungen sind nicht unumstritten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sagt, es gäbe bislang keine Hinweise darauf, dass Isoflavone in den in Europa üblichen Dosierungen schädlich sind.

Neuer Wirkstoff: Ospemifen

Der neue Wirkstoff Ospemifen ist seit Anfang 2015 zugelassen und soll bei mittleren bis schweren Beschwerden von Scheidentrockenheit (Vaginaler Atrophie) eingesetzt werden. Er regt die Östrogenproduktion an. Das Östrogen bewirkt, dass sich die Scheidenschleimhaut wieder aufbaut.

Ospemifen soll insbesondere helfen, wenn die Anwendung einer lokalen Hormontherapie (östrogenhaltige Cremes) nicht infrage kommt. Nebenwirkungen von Ospemifen sind noch nicht bekannt, die behandelnden Frauenärzte sollten aber auf Gewebeveränderungen von Gebärmutter und Brust achten sowie auf ein eventuell erhöhtes Thromboserisiko.

Östrogenhaltige Cremes und Vaginalzäpfchen

Speziell vaginale Atrophie kann mit östrogenhaltigen Cremes behandelt werden (siehe Interview mit Dr. Andrea Hocke). Diese wirken zum einen als Gleitmittel und helfen den trockenen Hautpartien, wo die Scheidenschmerzen entstehen. Zum anderen wird der Körper viel weniger mit Hormonersatzstoffen belastet als bei einer Hormonersatztherapie.

Hormonfreie, wasserhaltige Gleitcremes und Vaginalzäpfchen

Gleitcremes und Vaginalzäpfchen sind unbedenklich und helfen beim Sex.

Präparate mit Hyaluronsäure

Präparate mit einem wichtigen Bestandteil des Bindegewebes, der Hyaluronsäure, sollen gesunde Spermien für die Befruchtung selektieren, sind also für die fruchtbare Zeit vor den Wechseljahren gedacht.

Babyöl und Olivenöl für trockene Scheidenwände

Manche Menschen mögen es günstig oder ganz natürlich: auch Babyöl oder Olivenöl, also sanfte Pflegeöle – möglichst ohne chemische Zusatzstoffe – können bei trockenen Scheidenwänden angewendet werden.

Tipp bei vaginaler Atrophie: keine Tampons benutzen, sondern Binden!

Frauen, die mit Scheidentrockenheit zu kämpfen haben, sollten, solange sie noch Blutungen haben, lieber Binden benutzen, weil Tampons auch Scheidenflüssigkeit auffangen.

Außerdem ist es ratsam, auf Unterwäsche aus synthetischen Fasern und nachts auf Unterwäsche komplett zu verzichten, keine enge Kleidung zu tragen; schließlich sollten keine Intimsprays benutzt werden. Auch die Rasur des Genitalbereichs ist bei vaginaler Atrophie nicht förderlich.